Auf ein Neues: 72 Liter Mangrovenbecken

Nun habe ich also mit dem 54er-Brackwasserbecken zuletzt leider wirklich keinen Erfolg gehabt. Die Goldringelgrundeln sowie – zu meiner großen Überraschung – die Amanogarnelen hatten aber immerhin vollzählig überlebt. Durch Zufall entdeckten wir sehr schöne Pantherkrabben im örtlichen Aquarienladen. Aber leider wären die Grundeln in Anwesenheit einer Pantherkrabbe ihres Lebens nicht mehr sicher gewesen. Als Alternative kamen mir dann aber Rote Mangrovenkrabben in den Sinn. Diese benötigen einen Landteil, also war ein erneuter Umbau unausweichlich – aus dem Brackwasser- würde ein Mangrovenaquarium werden. Javafarn und Mooskugeln konnte ich wiederverwenden, hinzu kamen einige Wurzeln, Höhlen, schwimmender Kork, Tillandsien als Bepflanzung für den Landteil sowie zwei bizarr aussehende Steine als „Wasserfall“, um den Filter nicht zu laut und zu heftig plätschern zu lassen.

Der Heizstab war zu groß für den geplanten Wasserstand und wurde durch eine Nano-Heizung ersetzt. Für die Beleuchtung beschaffte ich zunächst einen Reflektor als Blendschutz. Ein umgedrehter und ausgesägter Blumentopf bildete die Basis (und gleichzeitig eine große Höhle) für den Landteil, darauf kam ein großer mit Kies beschwerter Unterteller. Mit kleinen Wurzeln baute ich Brücken zwischen den einzelnen Ruheplätzen über Wasser, darauf kamen die Tillandsien. Der Versuch, diese auf dem schwimmenden Kork zu platzieren, scheiterte später an den Krabben, die diese fröhlich ins Wasser schubsen – und Salzwasser mögen Tillandsien nun wirklich nicht. Außerdem fanden noch zwei Sukkulenten in Anzuchttöpfen ihren Platz auf dem Unterteller.

Der Besatz:

  • 6 Goldringelgrundeln
  • 5 Amanogarnelen
  • 6 Rote Mangrovenkrabben (3M/3W)
Die Mangrove vor dem erneuten Umbau
Rote Mangrovenkrabbe
Goldringelgrundel

Die Krabben fanden keinen Gefallen an dem Landteil, soviel war schnell klar. Außerdem waren die Scheiben ständig beschlagen, die Abdeckung musste offener und zugleich ausbruchssicher gestaltet werden. Also musste ein erneuter Umbau her. Die Standardabdeckung wurde durch ein passendes Abdeckgitter ersetzt. Als Beleuchtung brachte nun eine 48-cm-LED-Leuchte, per Saugnapf an die Frontscheibe geheftet, deutlich mehr Licht in die Sache. Als Landteil fungierten der Wasserfall, Korkstücke, drei Wurzeln sowie ein schwimmendes Turtle Dock.

Gefüttert wurde nach wie vor Frostfutter, für die Garnelen und Krabben aber hauptsächlich auch Eichen- und Buchenlaub. Es ist unglaublich, wie schnell die Krabben ein trockenes Eichenblatt verputzen. Die Temperatur beträgt je nach Jahreszeit zwischen 23 und 26 Grad, das Wasser wird mit 10g/Liter aufgesalzen. Alle Wasserpflanzen werden von den Krabben übrigens umgehend verspeist, sowohl größere Grünalgen als auch Moose und Anubias. Selbst der Javafarn musste irgendwann dran glauben. Untereinander sind die Arten ausgesprochen friedlich.

Also hätte alles so schön sein können, aber… es gefiel mir einfach nicht. Die Krabben nahmen die Landteile quasi gar nicht an, das Becken war unübersichtlich und irgendwie „schmutzig“. Es machte schlichtweg keinen Spaß es anzusehen, da man immer irgendein Problem im Auge hatte. Nach langer sorgfältiger Planung war klar: Ein neues, höheres Becken musste her. Also kaufte ich ein 72-Liter-Glasbecken (60 * 30 * 40) und machte mich an die Arbeit. Das alte Becken wurde geleert und beiseite gestellt, die Tiere auf Eimer verteilt.

Das neue Becken steht bereit
Die Krabbe ist im Eimer
Mein Experiment: Filtermatte als Trennscheibe

Die Amanogarnelen waren inzwischen größer geworden und erwachsene Tiere sollen besser in Süßwasser gehalten werden. Also siedelten diese bei der Gelegenheit schonmal in ein anderes Aquarium um. Die Krabben zeigten sich von ihren Eimern und Schüsseln wenig überzeugt und machten ihrem Ruf als Ausbrecherkönige alle Ehre. Zur Sicherheit ließ ich sie schlussendlich mit den Behältern im alten, geleerten Becken incl. Abdeckung. Am Ende hatten sich drei der sechs aus den Behältern befreit und liefen fröhlich auf dem alten Sand herum.

Für den Aufbau hatte ich mir Folgendes ausgedacht: Der Landteil sollte vom Wasser durch eine schwarze Filtermatte getrennt und hauptsächlich mit Kies gefüllt werden. Darin eingelassen wurde eine kleine „Buddelkiste“, gefüllt mit Kokoshumus. Und darauf platzierte ich ein paar Versteckmöglichkeiten aus Kokosnusshöhlen, Kork, Wurzeln und Tillandsien. In den Wasserteil kamen hingegen die o.g. Wasserfallsteine, Lochgestein und zwei weitere Höhlen. Auch mit Pflanzen versuchte ich es noch einmal, das wurde aber wieder nichts.

Der abgetrennte Landteil
Versteckmöglichkeiten
Fertige Bepflanzung

Während ich das Wasser einfüllte, zeigte sich bereits, dass die Matte sich verformt. Zwischendurch dachte ich, dass das ganze Konstrukt früher oder später zusammenbrechen wird. Nachdem ich die Steine zur Stabilisierung im Wasserteil aber nochmals umgesetzt hatte, blieb zum Glück alles an Ort und Stelle.

Das Wasser wird eingefüllt
Gesamtansicht

Gegenüber der obigen Gesamtansicht ist inzwischen noch einiges verschoben worden, aber im Großen und Ganzen ist das Konzept aufgegangen. Die Krabben waren am Anfang etwas zögerlich, inzwischen flitzen sie aber munter über die hierfür super als Kletterhilfe geeignete Filtermatte vom Wasser auf den Landteil und zurück. Auch die Goldringelgrundeln haben sich gut im neuen Zuhause eingelebt. Das Wasser wurde recht schnell klar und insgesamt wirkt es deutlich „sauberer“ als zuvor, was vielleicht auch am verwendeten Kies statt Sand liegt. Kieselalgen haben sich nach einigen Wochen natürlich wieder eingefunden und besiedeln das Lochgestein, das kann man wohl nie wirklich verhindern. In jedem Fall gefällt mir das Becken nun tausendmal besser.

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