Once upon a time in Ösiland – Teil III

Am Freitag verließ uns zunächst das Wetterglück, was mir natürlich die optimale Gelegenheit bot, Sabine ins Naturhistorische Museum zu schleifen. Das zahlte sie mir gleich dadurch heim, dass sie mich zum einen durch die Mineralogische Ausstellung jagte (die ich normalerweise ausgelassen hätte) und in der Zoologie bei jedem zweiten Tier quengelte “Och wie süß, kriegen wir so eins?”, was seinen Gipfel beim Zwergelefanten fand, der sich jedoch als bereits ausgestorben herausstellte (schade für die Natur, Glück für unsere Möbel).

Nach dieser vorbildlichen Bildungseinheit begaben wir uns dann zu unserem eigentlichen Tagesziel, dem Schloss Schönbrunn im Südwesten Wiens. Dies war die Sommerresidenz der Habsburger, quasi der kaiserliche Ballermann. Bereits wenn man den Schlosshof betritt, ist man ganz begeistert, denn das Schloss incl. umgebendem Gelände ist wirklich einzigartig, vor allem die Farben haben mich fasziniert. Natürlich haben wir auch dieses Schloss von innen besichtigt, diesmal gab’s zum Glück – im Gegensatz zur Hofburg – vorab keine stundenlangen Abhandlungen über der Monarchen liebste Suppenschüsseln. Leider war das Wetter für einen Ausflug in den Schlossgarten ungeeignet, aber es hat sich trotzdem auf alle Fälle gelohnt.

Bei der anschließenden Shoppingtour legte sich leider ein düsterer Schatten über den ansonsten gelungenen Urlaub, denn nachdem ich bereits mehrfach das Gefühl hatte, dass mich einige Gestalten im Gedränge auf der Suche nach meinem Ersparten unsittlich berührten, schaffte es jemand tatsächlich, mich unbemerkt um 100 Euro zu erleichtern. Ganz toll. Nachdem ich dies jahrelang u.a. auf türkischen Basaren, in tschechischen U-Bahnen und auf Kölner Weihnachtsmärkten verhindern konnte, mopst mir ausgerechnet in Europas sicherster Großstadt (O-Ton Reiseführer, kann ich die dafür verklagen?) jemand meine hart verdiente Kohle. Der Abend war natürlich damit mehr oder minder gelaufen.

Erfreulich war hingegen, dass wir im Café Hawelka – laut Reiseführer das berühmteste Café Wiens, aber wer glaubt diesem Käseblatt schon, s.o. – einige Stunden mit der Anastasia verbringen konnten, die vor einigen Monaten nach Athen ausgewandert ist und zufällig parallel zu unserem Aufenthalt ihren Freund in Wien besucht hat. Bei der Gelegenheit stellten wir dann fest, dass Ana wohl jeden im Hawelka persönlich kannte, u.a. stellte sie uns einen älteren Herrn vor, der sich als Informatikprofessor outete (die laufen mir einfach hinterher).

Der letzte Tag bescherte mir dann noch einen Besuch im “Haus des Meeres”, einem ehemaligen Flakbunker, der zu einer Art Riesenaquarium im Regenwald umgebaut wurde (wie Ihr seht neigte meine Frau in diesen Tagen irgendwie zur Selbstgeißelung, aber ich fand’s toll). Danach ging’s ab zum Flughafen, diesmal per Schnellbahn, was zeitlich ziemlich knapp wurde. Als erfahrener Fluggast weiß man ja inzwischen, dass die Boarding Time entgegen aller Ankündigungen maximal 10 Minuten vor dem Abflug beginnt und die aufgedruckten Zeiten eher dazu dienen, die Duty Free Shops vor Überfüllung zu schützen, aber als mir der Mensch am Check-in-Schalter um 15.35 Uhr sagte, ich müsse spätestens um 15.30 Uhr am Gate sein, kam ich mir doch außergewöhnlich verscheißert vor (das Boarding startete dann übrigens um 16.00 Uhr, war klar).

Das war also unser kleiner Wien-Trip mit seinen Höhen und Tiefen. Wir sind uns einig, dass wir jedem einen Ausflug in diese Stadt empfehlen können, gerade auch zur Weihnachtszeit. Und wenn Ihr hinfahrt, nehmt bitte eine Kamera und einen super Witz mit, vielleicht könnt Ihr mir ja dann ein Foto von einem lachenden Wiener schicken. 😉

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