Monthly Archives: März 2009

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Keiner versteht mich…

Seit einem Upgrade des Hostsystems auf Ubuntu 8.10 waren die Keyboardschemata in allen meinen VM-Guests verhunzt. Das hat zwar bisweilen amüsante Effekte („Pfeil-nach-unten“ war z.B. auf einmal das Signal für „mach einfach alles zu, frag erst gar nicht“), nach kurzer Zeit wird es aber sehr nervig. Nach einigem Herumprobieren mit Tastaturtreibern und Co. stöberte ich dann doch mal in der VMWare Knowledge Base und fand diesen Hinweis. In aller Kürze: Durch die Umstellung auf die neuen „evdev„-Treiber sendet das Hostsystem nun andere Tastencodes an VMWare und das knallt dementsprechend. In dem KB-Artikel werden einige Hinweise zur Behebung gegeben, bei mir genügten folgende zwei Zeilen in der Datei „/etc/vmware/config“:

xkeymap.nokeycodeMap = true
xkeymap.keysym.ISO_Level3_Shift = 0x138

Die erste Zeile behob bereits fast alle Probleme, die zweite war für die besonders bockige „AltGr“-Taste (was im übrigen für „Alt Graph“ steht, wie ich nun auch weiß) nötig. Der Wert „ISO_Level3_Shift“ kann dabei auf jedem System anders aussehen, Näheres dazu im KB-Artikel.

Wem auch der o.g. Artikel nicht weiterhilft, der findet im folgenden Blogeintrag weitere Lösungsvorschläge:

http://tinyurl.com/5kd7uz

Mein neuer Liebling

Ich habe ein neues Lieblingsprogramm: Songbird! Das Programm als iTunes-Ersatz zu bezeichnen, ist fast schon eine Beleidigung. Es bietet alles, was ich von einem guten Musiktool erwarte – Songtextanzeige, Erweiterbarkeit über Module (Mozilla-Style) mit Autoupdate, mehrere Wiedergabelisten, Anbindung an ShoutCast und seit der kürzlich erschienenen Version 1.1 auch Verzeichnisüberwachung und die Anbindung an einen MusicStore (7digital). Dabei ist Songbird open-source und auf Windows, Linux und Mac lauffähig. Gegenüber iTunes empfinde ich es als übersichtlicher, insbesondere da man sich die benötigten Module selbst aussuchen kann. Unter diesen finden sich nette Dinge wie mashTape, welches zum gerade gespielten Interpreten Infos aus Wikipedia, last.fm etc. zusammenstellt und als Infobox anzeigt.

Auch Gnome gehen mal fremd

Obwohl ich unter Linux generell den Gnome-Desktop gegenüber KDE vorziehe, gibt es doch 3 KDE-Programme, die aus meiner Sicht kein gleichwertiges Pendant unter Gnome haben und die ich daher quasi „unter falscher Flagge“ verwende: Das Brennprogramm K3B, den LaTeX-Editor Kile und ganz besonders das KDE-Terminal „Konsole“. Letzteres lässt sich imho nicht nur wesentlich besser, schneller und gezielter konfigurieren als das Gnome-Terminal, es bietet auch die für Administrationsarbeiten unglaublich nützliche Funktion „send input to all sessions“. Damit ist es beispielsweise möglich, mehrere SSH-Sessions zu verschiedenen Servern zu starten und langweilige Standardaufgaben auf allen Servern mit nur einer Eingabe gleichzeitig zu erledigen – beispielsweise regelmäßige Paketupdates oder das Abnicken von Tripwiremeldungen, zu dem man vom grausamen Sysadmin gezwungen wird. Allerdings sollte man natürlich höllisch aufpassen, die Funktion nachher auch wieder zu deaktivieren. Insbesondere bevor man lustige Dinge wie „rm -rf *“ schreibt…

Unter KDE4 heißt die Funktion übrigens „Eingabe kopieren nach…“ (bzw. „copy input to…“). Sie ist zwar etwas aufwendiger zu bedienen als die alte Funktion, bietet dafür aber die Möglichkeit, die Fenster gezielt auszuwählen, an die die Eingabe übertragen werden soll.

Das böse „F“-Wort

Als Mitarbeiter des Rechenzentrums etwas über Filesharing zu schreiben ist wohl so als ob der Papst ein Lehrvideo zur Benutzung von Kondomen auf YouTube einstellt, aber ich bin ja schon lange für ein drittes vatikanisches Konzil. 🙂 P2P-Filesharing verströmt bekanntlich seit Langem den Duft des Illegalen, seine legalen Anwendungsbereiche dürfen dabei aber nicht übersehen werden und sind inzwischen sogar Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.

Hier soll es nun um ein Filesharing-Tool gehen, dessen Dienste ich speziell in LAN-Umgebungen nicht mehr missen möchte. Der konkrete Anlass war die Versammlung eines halben Dutzends bier- und chipsbewaffneter Endzwanziger nebst mehr oder minder moderner Unterhaltungselektronik in meinem Keller, kurz und neudeutsch: Eine LAN-Party. Aufgrund des höchst unterschiedlichen Alters des mitgeführten Equipments – die Spanne reichte von cebitfrisch bis prähistorisch – erwies es sich als erstaunlich schwierig, die neuesten Warcraftkarten oder die letzten Partybilder untereinander auszutauschen. Windows-Dateifreigaben mussten erstmal eingerichtet werden, waren dann über verschiedene Versionen (98, 2000, XP, Vista) aber auch nicht erreichbar, Linux wollte auch nicht so recht mitspielen und wenn dann noch diverse Personal Firewalls etwas zu sagen haben, kann man die Sache komplett vergessen. Also wurden schließlich USB-Sticks oder externe Festplatten herumgereicht, alles sehr nervig und unflexibel.

Ich machte mich bei nächster Gelegenheit auf die Suche nach einem Tool, welches dieses Dilemna eleganter lösen sollte. Und ich fand Lanshark, ein Programm des Schweizers Jonas Wagner. Die Programmversion 0.0.2 stimmte mich zwar etwas bedenklich, aber die verwendete Programmiersprache Python gab Anlass zur Hoffnung, dass ich das Programm selbst für meine Zwecke anpassen konnte. Das war im Endeffekt aber gar nicht nötig, da Lanshark bereits in der vorliegenden Version genau das Werkzeug war, nach dem ich gesucht hatte. Das Programm ist unter der GPL freigegeben, die Installation ist kinderleicht, Lanshark sucht im lokalen Netz selbständig nach Austauschpartnern, die Oberfläche ist übersichtlich und es gibt ein paar weitere nette Features (UTF8-Support oder eine Resumefunktion zum Beispiel). Daher beschränke ich meine Beteiligung am Projekt momentan auf die Pflege des Pakets für Debian/Ubuntu. Lanshark ist darüber hinaus für Windows, Gentoo und als tar-Ball für andere Linuxderivate verfügbar.

Abgesehen davon, dass es für LAN-Partys sehr nützlich ist, verwende ich Lanshark auch manchmal bei der Arbeit, z.B. um Dateien schnell und unkompliziert auf mehrere virtuelle Maschinen zu verteilen (wenn AFS nicht zur Verfügung steht). Also: Testen und immer schön artig (und legal) bleiben!