Torino 2006 – Teil II

Hab ich mich hier vor ein paar Monaten mal über Busfahrer in Helsinki beschwert? Vergesst es wieder, in Turin seht Ihr in den wahren Abgrund der täglichen Amokfahrten! Busfahren ist hier wohl gleichzusetzen mit Frühsport, denn wenn Ihr nicht einen der dünn gesäten Sitzplätze ergattert, habt Ihr alle Hände voll zu tun, Euch irgendwie festzuhalten und gleichzeitig weder die Orientierung noch das Frühstück aus dem Magen zu verlieren!

Nicht, dass Taxifahren eine echte Alternative dazu darstellen würde: Hier müsst Ihr Euch zwar nicht festhalten, dafür rauscht aber Euer Leben im Zeitraffer an Euch vorbei, wenn der Taxifahrer mal eben hupend auf eine vollbesetzte Kreuzung draufhält, auf die von allen Seiten Autos zuströmen. Ampeln sind hier wohl eher Deko. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Italiener mit offenen Augen Auto fahren, denn diesen Verkehr überlebt man nur mit “Augen zu und durch”.

Apropos Frühstück: Das war im Hotel auch sehr lecker und ausgiebig, nix zu meckern. Im VRMM Park wurden wir dann zum Mittagessen mit einer Auswahl italienischer Köstlichkeiten verwöhnt (ich weiß bei mehr als der Hälfte der Sachen bis jetzt nicht, was es war, aber es schmeckte). Dazu gab’s leckeren Wein, im Gegensatz zum Kaffee könnte ich mich daran in Italien durchaus gewöhnen.

Beim eigentlichen Meeting überraschte erstmal, dass unser Projektleiter den WLAN Access gekappt hat – kann ich einerseits verstehen, weil’s die Aufmerksamkeit deutlich erhöhen dürfte, andererseits bedeutete das: Kein Internet hier, nur teures im Hotel, grmpf. Das Meeting heute fand übrigens in einem leicht umgebauten Filmstudio statt, interessante Location.

Zum Abendessen gingen wir dann in ein Restaurant und aßen Pizza, dazu gab’s holländisches Bier – wobei mir auffällt, dass ich noch nie von italienischem Bier gehört habe, genauso wenig von spanischem oder französischem (abgesehen von bisher nur in Paris entdecktem Lakritzbier *würg*). Muss ich mal weiter eruieren.

Ein Wort zur Turiner City: Schön. Eigentlich sogar sehr schön. Ich bin sehr überrascht, hatte ich doch eher das Image einer Auto- und Industriestadt im Kopf. Aber Turin überrascht mit vielen Säulenbauten, schönen alten Häusern, toll gestalteten Plätzen und abends mit einer künstlerisch wertvollen Ausleuchtung, vor allem der Brücken, Plätze und Burgen.

Insgesamt kann man Reisewilligen Turin wohl sehr nahelegen. Bis morgen!

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